Germanische Amulette

Die alten Germanen waren davon überzeugt, nach dem Tod in ein anderes Leben überzugehen, welches in den so genannten Hallen Odins so lange dauern würde, bis sie wieder zu ihrem Stamm, ihrer Sippe und ihrem Volk zurück geboren würden.

Magie und Glaube waren ganz selbstverständlich mit ihrem Weltbild verknüpft, so dass sie zwar keine Schriften hinterließen, wie wir sie heute kennen, wohl aber mittels Runen und einer vielfältigen Symbolik Spuren ihrer ganz eigenen Spiritualität hinterließen.

Irminsul

Irminsul ist im germanischen Weltverständnis die Weltensäule, die mit dem Lebensbaum des asiatischen Raums vergleichbar ist. Sie verbindet den Himmel mit der Erde und allen dazugehörigen Zwischenwelten. Ein Druide als geistiger Führer war in ihrem Verständnis in der Lage, die verschiedenen Welten über die Weltensäule im Geiste zu erreichen. Das Symbol der Weltensäule steht somit für allgemeinen Schutz des Menschen in allen Welten des germanischen Weltbilds.

Thors Hammer - Mjölnir

Der Hammer des Göttersohns Thor galt als der Zerstörer von allem, was sich ihm entgegenstellt – in diesem Fall der Gegner des Menschen, der Thor verehrte. Allerdings sprach man dem Hammer gleichzeitig die Fähigkeit zu, wie ein Boomerang immer wieder zum Werfer (Thor) zurück zu kommen und sah ihn somit als Zeichen der Wiedergeburt.

In der Denkweise der alten Germanen ist dies kein Widerspruch. Generell ging man von einem sich ständig wiederholenden Kreislauf aus, einem Leben-Tod-Leben-Kreislauf, in dem erst zerstört werden muss, damit Platz für Neues geschaffen werden kann. Dies bezog man sowohl auf das Leben selbst, als auch auf die Natur mit ihren wiederkehrenden Jahreszeiten und allen anderen Begebenheiten.

Donars Keule

Die Donars Keule ist aus unterschiedlichen archäologischen Funden bekannt, die jedoch grundsätzlich nur mit weiblichen Germanen in Verbindung stehen. Man zählt diese keulenförmigen, Amulette, die mit Strichen und Kreisen verziert wurden zu den Fruchtbarkeitsamuletten. Sie wurden zumeist aus Horn, Holz, Edelmetallen oder auch Bronze hergestellt.

Klapperamulette

Eine besondere Art der Amulette findet sich ebenfalls bei den Germanen: Klapperamulette sollten bei der Bewegung Geräusche machen, da böse Geister jeden Krach meiden. Als Schutzamulett sollte es mit dem „Geklapper“ schlechte Einflüsse jeglicher Art (Krankheit, Flüche, „Böse Blicke“ und Verletzungen) fernhalten können.

Runenamulette

Runen waren die magischen Schriftzeichen der Germanen, mit denen lange Zeit jedoch nur besondere Worte aufgezeichnet wurden. Sie wurden als „von den Göttern gegeben“ überliefert und entsprechend heilig. Ursprünglich wurde das Wissen der Germanen (und auch das der Kelten) nur mündlich weiter gegeben. Die wenigen, die schreiben konnten, waren zumeist eingeweihte Priester. Sie nutzten die Runen beispielsweise für Zauber und Bannsprüche, für besondere Verträge oder Markierungen.

Durch ihre magischen Eigenschaften waren Runen natürlich prädistiniert für die Nutzung auf magischen Amuletten. Mittels der Symbolik der Runen konnte eine einzelne Rune bereits ein wirksames Amulett darstellen. In der Kombination werden Runen jedoch nicht unbedingt nur nebeneinander, sondern teilweise auch ineinander verschlungen gezeichnet und dann als Binderune bezeichnet, welche die Fähigkeiten der einzelnen Runen nicht nur einander beifügen, sondern gleichzeitig erhöhen können soll.